Liebe – Los Superdemokraticos http://superdemokraticos.com Mon, 03 Sep 2018 09:57:01 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.8 Ich http://superdemokraticos.com/laender/deutschland/ich/ http://superdemokraticos.com/laender/deutschland/ich/#comments Fri, 01 Jun 2012 07:04:24 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=6434 Ein bolivianischer Freund fragte mich kürzlich: Warum willst du in dieses país-no país gehen, in dieses Land, das keins ist? Das ist seine Sicht auf Bolivien. Natürlich ist Bolivien ein Land, ebenso wie Deutschland, Kamerun oder Thailand, mit seinem eigenen Charakter. Doch bleibt die Frage: Was zieht mich dorthin? Es fällt mir schwer, das in Worte zu fassen. Die Geschichte begann vor langer Zeit, als mich mit 16 Jahren der Zufall an einen Ort namens Tarija im Süden des Landes verschlug, ein Weinanbaugebiet mit mildem Klima unweit der argentinischen Grenze. Hier verbrachte ich ein Jahr, das mir anfangs unendlich erschien. Ich schrieb Briefe an meine Familie und Freunde in Berlin, die ihr Ziel nach durchschnittlich sechs Wochen erreichten, wenn sie überhaupt ankamen. Meine Mutter rief mich wöchentlich an und zahlte horrende Telefonrechnungen. Die schnellste Art der Kommunikation war neben dem Telefon das Fax; eine Maschine, die beim Empfangen von Nachrichten schiefe Melodien erzeugte und im Minutentakt eine Zeile ausspuckte. Den kommunikativen Beschränkungen geschuldet, entfernte sich mein Zuhause auf der anderen Erdhalbkugel zunehmend, während mein Aufenthaltsort immer präsenter wurde. Als ich nach Europa zurückkehrte, um mein früheres Berliner Leben wieder aufzunehmen, verstand ich nicht, was mit mir los war. Es fühlte sich nicht an wie vorher. Ich stellte fest, dass irgendetwas von mir dort geblieben sein musste.

Ich ging es Jahre später suchen, als ich zurückkehrte, um einige Zeit in La Paz zu verbringen, der auf 4.000 Meter Höhe gelegenen Stadt in der Form eines Topfes, in der es immer gleichzeitig heiß und eisig ist. Ich begriff, dass diese Zeit vor ein paar Jahren keine verstreute Randnotiz gewesen war. Ich fand nicht, was ich suchte, aber stattdessen Neues, Unerwartetes, wie meinen tarijeñischen Freund. Es folgten Jahre des Kommens und Gehens, in denen ich mich, stets im Aufbruch begriffen, wie ein Vogel von Norden nach Süden bewegte. Seit meinem ersten Aufenthalt in Bolivien war die Technologie vorangeschritten. Über das Internet und Chatprogramme führten wir „Videokonferenzen“, konnten uns in 2D in unseren eigenen Umfeldern beobachten. Im Cyberspace schufen wir unsere eigene Welt, unsere Sprache, unsere Codes. Ich fragte mich, wie Paare vor fünfzig, hundert Jahren die Distanz überbrückt hatten. Was hatten sie in Notfällen unternommen und seien sie emotionaler Art?

Ich lebte gleichzeitig hier und dort und war nirgendwo angekommen. Mit der Zeit entwickelte ich eine Art geografische Bipolarität. Meine Freunde sagten, ich solle endlich realistisch werden und mein Leben in Berlin beginnen. Sie verstanden nicht, dass dies alles sehr real war. Und es war keine Frage des Auswählens. Doch obwohl die virtuellen Hilfsmittel eine Nahezu-Gegenwart schaffen, ist ein Chat nicht das Gleiche wie ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht. Während Vorstellungskraft und Ausdauer übernatürliche Kräfte entwickeln, zeichnet sich körperliche Nähe durch ihre Abwesenheit aus. Sex wird zu einem abstrakten Konzept. Liebe schrumpft zu Emoticons zusammen: <3 oder :*. Ich fragte mich, wie viel seit dem letzten Treffen vom „Wir“ geblieben und wie viel zu einer Idee geworden war.

Schließlich beschloss ich, nach Bolivien zu ziehen. Es fällt mir schwer, mein Bedürfnis zu erklären, immer wieder in jenes Land zurückzukehren, das meinem so fern und so fremd ist. Ob es am weiten und ruhigen Hochland liegt, die Nähe zum Himmel, die mich glücklich macht? Ist es, wie eine bolivianische Freundin beschrieb, die existenzielle Angst, die einen begleitet, etwa wenn man im Bus zwei Zentimeter vom Abgrund entlangfährt? Ist der Grund mein imaginärer Freund? Oder der verseuchte See, an den wir fahren, um Fischchen zu essen? Ist es das, was ich suche? Möglicherweise habe ich seit meinem sechzehnten Lebensjahr einfach einen sprunghaften Puls, der mir keine Ruhe lässt. Ich kann weder eindeutig erklären, warum ich gehen will, noch was ich suche. Ich bin mir einzig ziemlich sicher, dass die Sehnsucht meine treue Begleiterin sein wird. Sollte ich keine Bleibe finden, weiß ich immerhin, dass der Cyberspace mich stets willkommen heißen wird.

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Voller Liebe http://superdemokraticos.com/themen/miteinander/voller-liebe/ Thu, 14 Jul 2011 22:13:46 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=4347

Wenn ich mit Q bin
ist alles von Liebe erfüllt

(c) powerpaola

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Gottes Blog http://superdemokraticos.com/laender/deutschland/gottes-blog/ http://superdemokraticos.com/laender/deutschland/gottes-blog/#comments Mon, 15 Nov 2010 13:35:32 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=3202

Frauenpo-Poster. Aktuelle Fernsehwerbung für die amerikanische Serie Mad Men im ZDF. Foto: ZDF

Man könnte denken, in Deutschland läuft es in Sachen Gleichberechtigung der Geschlechter seit 100 Jahren super: Seit 1919 dürfen Frauen wählen, seit 1973 darf ein Ehemann seiner Frau nicht mehr verbieten zu arbeiten, seit 1992 ist Vergewaltigung in der Ehe strafbar, seit 1995 wird Abtreibung nicht mehr gesetzlich verboten und heute sind 25 Prozent der öffentlichen leitenden Stellen von Frauen besetzt.

Doch finden es immer noch nicht nicht alle super, wenn Geschlechter gleiche Rechte und Chancen haben. Nachdem sich Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, welche ja auch dieses Blog fördert, auf dem Genderkongress in Berlin Ende Oktober 2010 öffentlich in seiner Rede dafür einsetzte, „das Prinzip des Gender Mainstreaming als zentrale Dimension aller gesellschaftlichen und politischen Bereiche umzusetzen“, hat der Bund Deutscher Katholiken seinen sofortigen Rücktritt verlangt. Der Vorwurf lautete: Krüger vertrete Theorien, „die das Wesen des Menschen zerstören, der seiner Natur gemäß unverwechselbar Mann oder Frau ist“.

Diese Forderung samt Vorwurf ist absurd. Erstens ist Gender Mainstreaming bereits seit einem Beschluss vom 23. Juni 1999  ein politisches Querschnittsziel in Deutschland. Die Regierung informiert über das Thema auf einer eigenen Webseite und weist darauf hin, dass es „keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt“. Gender Mainstreaming bedeutet, so die offizielle Definition, bei allen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen. Es geht also nicht darum, die Kategorie Geschlecht aufzuheben, sondern genau hinzuschauen, wie aus Geschlechterzuschreibungen gesellschaftliche Rollen erwachsen, darum, nicht schwarz und weiß zu denken, rechts und links, gut und böse, sondern, wie im Logo der Superdemokraticos, dritte und mehr Farben zu sehen und mitzudenken. Die Realität ist vielfältiger und komplizierter als erz-katholisch oder nicht-katholisch. Katholisch-sein kann nicht bedeuten, die Realität zu ignorieren, oder? Zumal die katholische Kirche, was die geschlechtlichen Beziehungen einiger seiner Vertreter angeht, selbst einige Leichen im Keller liegen hat und dort mal lieber aufräumen sollte.

Zweitens verfolgt keine Genderdiskussion das Ziel, das Wesen des Menschen zu zerstören, ganz im Gegenteil. Es geht eher darum, die Vielfalt der Welt zu sehen und anzuerkennen, also, wenn ich in religiösen Begriffen sprechen darf, die Vielfalt der Schöpfung zu verehren. Der Bund Deutscher Katholiken, der sich 2000 gegründet hat, um das Land im Sinne des Katholischen Katechismus neu zu evangelisieren, gibt sich als Hoffnungsbringer. In der Selbstdarstellung heißt es: „Heute geht es darum, die Resignation und Müdigkeit, die auf unserem Land liegt und jeden Neuaufbruch erstickt, zu überwinden und der Hoffnung wieder Raum zu geben.“

Hoffnung liegt, meines Erachtens, aber nicht darin, die politische Bildung zu einem Schauplatz parteipolitischer Interessen zu machen (CDU/CSU versus SPD) und philosophische, politische, gesellschaftliche und religiöse Identitätsdiskurse von zweihundert Jahren zu ignorieren. Hoffnung liegt darin, dass nicht immer alle einer Meinung sind; denn so ist das nun mal in der Demokratie. Hoffnung liegt auch darin, dass es eine Institution für politische Bildung gibt, die junge, aktuelle Debatten über Politik und die Welt unterstützt, etwa auf dem Genderkongress oder hier, auf Los Superdemokraticos: 20 Autorinnen und Autoren haben unter anderem darüber nachgedacht, welche Rolle Körper, Körperkonstruktionen und Körperlichkeit in den jeweils subjektiven politischen Zusammenhängen in Europa und Lateinamerika spielen. Wir sind uns in einem neutralen Raum, dem Netz, als körperlose digitale Wesen begegnet. Wenn Gott die Welt erschaffen hat, hat er auch Debatten im Internet erschaffen. Danke, Gott, Danke Internet.

Wir bloggen weiter. Amen.

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Abschied in fünf Akten http://superdemokraticos.com/laender/venezuela/abschied-in-funf-akten/ Fri, 08 Oct 2010 08:00:22 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=2656 I

Deine Präsenz ist flüchtig
du bleibst nur kurz
tauchst mitten am Nachmittag auf
mitten beim Duschen
mit einem Stoffbeutel
und mit der Eile auf den Bogen deiner Beine gezeichnet

Dieser letzte Telefonanruf
ist gewöhnlich so traurig
so leer und hart
so real,
er produziert Angst

er produziert in mir Angst,

und ich habe Angst

Zu wissen, dass etwas zu Ende ist,
das wir Passagiere in einer Geschichte
waren, die sich zerstört
Herz aus kaltem Stein und mit Sprüngen
leerer Blick und schwarzer Mund
deine Knochen,
die mich liebkosten
und das Ende ankündigten,
wissen, was diese Stille sagt,
kennen all die Fragen, die ich dir stellen will

und mich nicht traue

II

Ich will dich überzeugen, dass du glaubst.
Das ist Liebe, auch nach allem,
trotz deiner Grimassen,
deiner grotesken Kitschigkeit,
deiner löchrigen Unterwäsche

dieses traurige Abenteuer achtete auf
eine Verbindung ohne Anstrengungen.
Nimm die Hände von mir
und rausch davon wie ein Cadillac
wie ein Pontiac
wie ein besessenes und entferntes Auto
verkleidet als Pegasus

hör auf zu denken,
dich aufzulösen
nimm die Einbildung und den Groll von mir
sei eine stinkende Ratte
und lauf
lauf weit weg
wie ein Ferrari
wie ein Flüchtiger ohne Gnade und ohne Glück
lauf weit weg
mit mir
bis sie dich niemals wieder sehen
nicht mal den Schatten des Lichtes deiner Sehnsüchte

III

Du bist die letzte Chance meiner ehrenhaften Leidenschaft
was heißt, das du existierst
aber nur wie eine feige Flucht die Schatten aufs Wasser zeichnet

wir wissen was passiert:
ein Objekt mit Lichtgeschwindigkeit
prallt auf einen riesigen Stein und zerschellt
das ist Kraft, laut der Physik,
wir, wenn wir Liebe machen

der Pool ist leer
dein Abbild ebenso
der Pool ist leer, aber das ist egal
denn im Inneren brennt eine Party

wir sind zwei Gespenster und wissen es
du bist das wahre Antlitz meines schlechten Charakters
und ich
lediglich
eine evidente Rache

IV

Elektrisch
klebt sich der Wind an dein Haar
und deine Erinnerung zwingt dich zu gebären,
als wärst du eine Frau

mich zu gebären
in einer anderen Stadt beim Frühstück
in einem Haus für drei
in dem wir niemals wohnen werden

V

Ich habe auch den verloren vergangenen Hauch zwischen den Schachteln gesucht
die Mobilität und das Verzeihen hatten eine Nummer
die letzte
die Sehnsucht und meine Süchte waren in allen
verstreut in jedem Stückchen Karton
Bücher
Zettel
Zeitschriften

die gleiche aus der Mode gekommene Kleidung
eine halbe Flasche brauner Rum
mein einziges Schmugglergut
rekonstruierte Versprechen im Code der Ranchera-Poetik

Ich glaube, ich bin niemals darüber hinweggekommen
aber im Moment wäre ich in der Lage
mich in der Leere zu balancieren
ohne die Notwendigkeit dich zu verfluchen

Übersetzung: Barbara Buxbaum

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Globalisierung ist Internet http://superdemokraticos.com/themen/globalisierung/globalisierung-ist-internet/ Tue, 21 Sep 2010 06:20:22 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=1981
Man wird mir sagen, dass es ein wenig einfach ist, es in diesen Begriffen zu sagen, dass die Geschichte komplex ist und es recht frivol ist, ein Phänomen wie dieses unter ein einziges Element zusammenzufassen. Man könnte auch anmerken, dass die Globalisierung in Wirklichkeit verschiedene Dimensionen hat, wie zum Beispiel die Wirtschaft. Die Dimension der großen Metropolen, die nach dem Kalten Krieg begannen, ihre aufgerichteten Schwänzchen zu bewegen und zu sabbern wie Hunde auf der Spur des Fleisches an einem naiven und globalen Knochen. Metropolen, die sich dank des technologischen Fortschritts in Lichtgeschwindigkeit bewegen können: Tokio schließt, New York öffnet, eine Bank frisst eine andere, ein Hund schluckt seine Haare und in seinen Eingeweiden keimt eine neue Bank, alles innerhalb eines Tages, in wenigen Stunden, mit Hilfe von Telefonanrufen, mit einem Klicken des Zeigefingers. Man könnte sagen, dass am Anfang das Kapital war, aber dass die Arbeit nicht der Richtung seines Abbildes und seiner Ähnlichkeit folgte. In dem Maße, in dem das Fleisch vom Knochen verschwand, begannen die Menschen, sich durch die Welt zu bewegen auf der Suche nach etwas zum Schlucken. Auch wir, die Superdemokraten, sind vagabundierende Parias auf diesem neuartigen Globus. Ich werde sagen: Ja, es stimmt, aber jetzt möchte ich von den Menschen sprechen, von einer Rasse, die erstmals in Tausenden von Jahren über Bewusstsein ihres Selbst verfügt.

Alles begann, vielleicht, als ein Typ, der in einer imaginären Vergangenheit in einem winzigen Dorf Samen verkaufte, auf die Idee kam, einige Kilometer weiter entfernt Käufer zu suchen. Oder vielleicht schlicht mit einer Jugendlichen, die, als sie die dauernden Vergewaltigungen des primitiven Vaters, die Schläge, das Blut im Mund satt hatte, von zu Hause weglief. Die über improvisierte Wege, durch Wälder, über Berge lief, endlose Meere schwitzte, vor Einsamkeit weinte. Bis sie einen Mann traf, sagen wir, einen Chinesen, der sie sanft behandelte, der mit seinen runden Augen, die magnetische Erotik des Andersartigen sehen konnte. Dort ließ sie sich nieder, aß Rebhuhn mit Reis, gebar gelbe und blaue Kinder und spürte erstmals in ihrem Leben Liebe. Ein anderer, ein Typ mit schmutzigen Fingernägeln, mit strengem Körpergeruch, beschloss, alles los zu lassen und sich in die Poesie, in die Utopie zu flüchten. Er lernte sonderbare Landschaften, exotische Tiere, riesige Frauen und ganze Dörfer mordende Zyklopen kennen. Auf seinen Wanderungen erfuhr er die merkwürdigsten Gewohnheiten und Häute, Gastfreundschaft und Krieg, und sicherlich erfuhr er auch die Liebe.

Nichts davon ist neu, nichts Menschliches kann neu sein. Wir schnüffeln an unseren Hinterteilen wie die Hunde und versuchen, uns dadurch besser kennen zu lernen. Uns wieder zu erkennen! In den anderen suchen wir, was unseres ist und jenes was uns fern ist, in verschiedenen Graden von Freude, Verdichtung, Toleranz. Manchmal fühlen wir uns wohl mit diesen Differenzen, in anderen Momenten möchten wir ein einziges, homogenes Etwas sein. Aber im Gegensatz zu anderen Zeiten haben wir heute dieses neue Rad, das uns viel schneller als unsere Füße zur geistigen Wärme der anderen transportiert. Eine Wärme, die durch ein Werkzeug vermittelt wird, das alles in Nullen und Einsen verwandelt. Eine abstrakte Institution, die uns bis zu einem gewissen Grad mit Hilfe einer neuen, universalen Sprache alle gleich macht. Wir sind Fleisch, Organe, Atmung, Puls… und vor allen Dingen haben wir ein Bewusstsein. „Die Luft ist frei, ich fasse dich nicht an“, sagen die Kinder, um sich zu ärgern, während sie sich gegenseitig die Hände vor das Gesicht halten, ohne sich zu berühren. Wie viele Menschen, die wir kennen, haben wir umarmt oder gestreichelt? Wie wichtig ist die materielle Welt, um seinen Mitmenschen zu lieben?

Ich bin verschiedene Dinge, viele von ihnen abstrakt wie Worte, Ideen oder Träume. Diese Presse von Bedeutungen, Plänen, Symbolen, die wir Internet nennen, hilft mir dabei, mich einer großen Anzahl an Menschen zu nähern, mit denen ich mich darüber austausche, was mir geschieht, was ich fühle und was ich glaube. Dank des Netzes kenne ich eine Menge Menschen, sogar solche, die ich sehr gerne mag, aber die ich dennoch niemals gerochen oder berührt habe. Es geht sogar so weit, dass ich mich manchmal bei dem Gedanken erwische, die Realität, meine Realität, die meiner Stadt zu digitalisieren: die Bewohner Buenos Aires zu digitalisieren. Ich würde sie nicht fotografieren, filmen oder in einer Sprache beschreiben wollen, die sich systematisieren lässt wie die Fotos, die Filme oder die Wörter. Ich würde auch nicht gerne eine Schlussfolgerung anstreben, und noch weniger eine Reise, die es mir ermöglichen würde, meine Eindrücke Fremden zu erzählen. Ich würde sie nur gerne digitalisieren, um sie näher an mich ran zu holen, um mich zu vergewissern, dass wir alle Teil der Erschaffung einer neuen, gemeinsamen Sprache sind. Eine Sprache, die vor meinen Augen als unendlich erscheint.

Übersetzung: Marcela Knapp

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Mundo Paparazzi Mi Amore Chica Ferdy Parasol http://superdemokraticos.com/themen/burger/mundo-paparazzi-mi-amore-chica-ferdy-parasol/ Tue, 07 Sep 2010 07:35:49 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=1706 Die Erde, vom Merkur aus gesehen. Ein heller Ball im schwarzen All, umgeben von einem kleinen, hellen Punkt.
(c) René Hamann
Mein Horoskop war ausverkauft. Zu viel Blausäure, zu viel Stimmungsschwankung, zu viel Weltall.

Gestern habe ich den perfekten Bürger gesehen. Er hatte goldenes Haar. Er war klug und belesen, unbefleckt, unschuldig und rein. Er strahlte Versonnenheit aus. Gegen ihn musste ich Merkur sein. Ein zerbeulter Planet. Oder Pluto, hinten irgendwo im Dunkeln, oder Jupiter, Neptun, die schwarze Seite der Galaxie. Die Antimaterie. Er konnte gar nicht ahnen, mit wie viel Ballast ich daherkommen würde. Er ahnt nichts von alldem. Er ist der perfekte Bürger. Kein verkrachtes Elternhaus, keine kreativen Allüren, keine Schnitte an den Oberarmen, kein ausgekotzter Schmerz, gar kein Schmerz, gar nichts. Eine Sehschwäche, höchstens.

Die Erde, vom Merkur aus gesehen. Fotografiert von „Messenger“.
Eine Sonde, die sich in die Umlaufbahn eindrehen wird nächstes Jahr.

Ich schreibe für Geld, ich schreibe für Liebe, ich schreibe fürs Glück.
Sie bezahlen mich mit Gift.
Ich lebe zur falschen Zeit am falschen Ort. Zu viel Weltall.
Der perfekte Bürger, ein akkurater Rasen, eine Besonnenheit. Jemand von der Lichtseite.

Sobald man ein Objekt beobachtet, verändert es sich. Unschärferelationen.
Ich fühle mich wie ein Teenager, jeden Tag verliere ich mich aufs neue.
- Wusstest du, dass Gauloises in Frankreich eine Prollmarke ist?
- Nein, wusste ich nicht.
- In Russland auch. Da sind diese schmalen Zigaretten schick.

Zu viel Ich, auch. Eine Welt, die verspiegelt ist. Kennst du das?
Als wenn das Gehirn glüht. Prolongiert. Ein ferner Punkt.
Und ich sitze traurig neben meinen Wunschmaschinen. Die Wunschmaschinen am Strand unter dem Himmelszelt. Sie laufen alle ins Leere.

Der perfekte Bürger fragt nicht nach Geld, er lässt sich einladen. Er gibt mir Gifte. Ich sehe die Fabriken, in denen sie hergestellt werden. Die Fabriken sind uneinnehmbar. Sie werden durchlaufen. Sie sind in einer anderen Zeit.

Ich suche nach den gemeinsamen Frequenzen, ich finde sie nicht.
Was wir reden, ist codiert.

Verspiegelt wie ein Aufzug. Eine verspiegelte Welt, in der ich mir eine Gauloises anstecke.
Immerhin umarmen wir uns zum Abschied.

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Ode an den Körper http://superdemokraticos.com/themen/globalisierung/ode-an-den-korper/ Mon, 16 Aug 2010 07:47:35 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=775 Da war dieser Moment, um die Libido zu befreien. Um aus sich selbst herauszutreten. Sich für eine Weile gedrückt fühlen, angenommen, gebraucht. In der Hoffnung, ein Tüpfelchen vom Leben erhaschen zu können, weil es sich in der erstickenden Alltäglichkeit aufzulösen drohte.

Dafür betreten die beiden die Bar. Dort ist Poesie anscheinend nicht notwendig. Stattdessen gibt es Alkohol. Einen Cuba Libre, einen Wodka mit Zitronenlimo, noch einen Schnaps hinterher, und nach und nach verdunkelt sich die Wahrnehmung. Die Musik tut ihren Teil. Ein sich konstant wiederholender, dröhnender Rhythmus sorgt für die nötige Monotonie, die das Denken erschwert. Nachdenken ist genau das, was man nicht will. Die Gedanken haben bereits bewiesen, dass sie die Einsamkeit nicht auflösen können, deshalb ist nichts sinnvoller, als sie auszuschalten.

Unglücklicherweise schafft man das nicht vollständig und fährt deshalb auf Autopilot weiter. Fühlen, die Körperhüllen fallen lassen, so zeigt sich die vergegenständlichte, objektivierende Sexualität. Sie schätzen sich ab, sie nähern sich an und gehen wieder auf Distanz. Sie trinken noch einen Drink, egal was. Der Moment nimmt eine eigene Persönlichkeit an. Die Spieler spielen ihre Rollen. Das Spiel hat begonnen, und alles wird ein Teil davon.

Die Andeutung eines Wunsches, verzaubernde Bewegungen, die anziehend wirken, verschüttete Drinks, die einiges andeuten, streichelnde und zudrückende Hände, schauende, beißende Augen: ein unendliches Sich-Amüsieren. Die beiden dort spielen die Hauptrolle in einer Jagdszene, in der beide Jäger und Beute sein werden. Sie pressen sich aneinander, sie fließen ineinander, und sobald ein Lächeln auftaucht, erholen sich die Glieder. Der Körper entspannt sich, gibt sich hin. – Zu dir oder zu mir?

Mit Klarheit und Kopfschmerzen kündigt sich der neue Tag an. Beide sehen zum ersten Mal das gesamte Gesicht des Anderen und gehen mit ihren Körpern auf einen Kaffee. Ein neuer Arbeitstag beginnt, und man versinkt erneut in dem gewöhnlichen Tun. Das Über-Ich beginnt mit seiner Arbeit. Die Schuld, die Ängste, das Gute und das Böse tauchen wieder auf: Die Party ist vorbei. Sie betrachten sich argwöhnisch. Die gleichen Fragen der vergangenen Nacht werden gestellt, nun aber ohne die Beihilfe von Alkohol, Dunkelheit und Musik …

Maquina de Amar

Übersetzung: Barbara Buxbaum

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Tengo que hacer algunas compras http://superdemokraticos.com/themen/koerper/tengo-que-hacer-algunas-compras/ Wed, 04 Aug 2010 08:03:42 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=567

Foto: René Hamann


„Er war linkisch und liebeshungrig, weshalb er auch keine Freundin hatte.“ (Bolaño, 2666).

Sie hat den Schatten ihrer Hand im Gesicht.
Sie schießt Fotos. Sie knipst die Gegend.
Sie fährt hellblond mit ihrem Fahrrad durch die Stadt. Natürlich trägt sie Brille.
Ein Blick auf den Kirchturm, wegen der Uhrzeit. Im Rücken ein klatschender Gefangenenchor. Sie ist die Eine.

Vielleicht ein bisschen fleischig, die Dame. Ich bezeichnete sie als „rundlich“. Mein Freund A. monierte, „rundlich“ wäre entwürdigend, nachgerade beleidigend, das Wort „kompakt“ umschreibe ihren Körperbau besser.
Ich stimmte nicht zu. Ich verneinte.

Salat mit französischem Dressing.
Sie zieht ihre Beine zurück. Er bringt sich mit dem ganzen Körper ein.

Die Jeunesse Dorée sitzt in den Straßencafés und hält ihre perfekte Haut ins Licht. Ich gehöre nicht mehr dazu. Zu den schönen Leuten. Habe vielleicht noch nie dazu gehört. Was mir früher nie etwas ausgemacht hat, im Gegenteil: Da wollte ich nicht dazu gehören, ich hielt mich für etwas Besseres. Jetzt kenne ich die Vergeblichkeit. Jetzt, da ich äußerlich nicht mehr mithalten kann, empfinde ich Neid. Und den Wunsch nach Integration.
Heute bin ich berühmt, morgen wieder nicht.

Alles was du kannst ist addieren. Sie spielt das immer eine Spur zu flach. Könnte sie einen Moment verharren, damit ich sie anstarren kann wie einen Filmstar? Nein, kann sie nicht. Sie muss eine Handlung ausführen. Sie schaut in ihre Tasche, in der ihr Handy klingelt.
Wird es so sein, als ob wir träumen?
„Sie machte Schluss mit mir, weil ich ihr psychisch nicht helfen konnte.“

Der Mann mit den Militärhosen besah sich einen Bogen zur Steuermeldung.
Taktische Kernwaffen.
Der Mann mit dem halbseidenenen Kragen. Er weicht jeder Antwort aus. Er ist geblendet von Optik. Er lässt sich in die Oberflächen ziehen. Er hat noch Einkäufe zu erledigen.
Die Andere sagt zu ihm, sie zähle nicht. Er sehe sie nicht. Die Zuhause, die, die er haben kann. Sie hat Recht, und immer wieder fragt er sich, wieso das so ist.
Die Traumwelt ist zu deutlich.
Ihre Träume sind zu deutlich.
Ein Kinderwagen voller Ideen in einem Haus voll Trauer.
Da löst sich die Welt auf.

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Tagebuch http://superdemokraticos.com/themen/koerper/tagebuch/ Fri, 30 Jul 2010 06:48:04 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=554 Die Sprache ist eine Haut: Ich reibe meine Haut gegen eine andere…

Roland Barthes in Fragmente einer Sprache der Liebe

Gestern kehrte ich zu dem Haus zurück, das meins gewesen war, um einige Dinge, die ich zurückgelassen hatte, zusammen zu suchen: Bücher, Platten, Kleidung, Papiere, eine Sammlung Spielzeugfiguren, die wir in einem Regal ausstellten und die den Neid meiner Generation weckte: die Kollektion von Star Wars, Astroboy, Meteoro, die Kollektion der Jack-Schokoriegel und andere Schätze…

Ich sortierte und wählte aus, was ich mitnehmen und was sie behalten würde.

Meine Bücher in Kisten eingesperrt, die ich mit „María“ beschriftete und in der Ecke des Wohnzimmers stapelte. Unsere Spielzeugfigurensammlung, die nun unvollständig für uns beide ist, in einem kleineren Kistchen, das ich mit „María – Zerbrechlich“ beschriftete, was jetzt ironisch klingt, aber in diesem Moment war es keine Metapher, sondern wortwörtlich gemeint.

Nachdem ich das größte Regal geleert hatte und es mir anschaute, bemerkte ich, dass jedes Spielzeug, das ich entnommen hatte, einen Rand hinterließ. Es war offensichtlich, dass seitdem ich das Haus verlassen hatte, niemand niemals mit einem Staubwedel oder einem Tuch drüber gegangen war, denn die Silhouetten der Gegenstände wurden von perfekten Linien aus Staub umrandet. Ein Bild zeigte auf die Leere dessen, was jetzt nicht mehr da war. Ein Körper, der nur noch über seine Abwesenheit wahrgenommen werden konnte: die leere Form eines Tiers, eines kleinen Autos, eines Roboters…

Ich schaute und fragte mich, ob irgendjemand die Leere bemerken würde, die sie in meinem Körper durch ihre Abwesenheit hinterließ. Wie lange würde es dauern, bis der Staub dieses Bild bedecken würde. Wie lange würde ich warten müssen?

Ich schaue auf meinen Körper, als sei er eine Karte, ich zähle die Silhouetten aller lxs, die ihn jemals bewohnten, ich suche eine Antwort, aber diese Karte erklärt nichts.

Das ist die natürliche Semantik der Körper: Die Worte sind unsichtbar und sie werden durch einen anderen Körper begrenzt.

Das ist, was da ist. Es ist alles, was da ist.

Ich möchte über Intimität schreiben, darüber, wie sich Körper durchdringen… wie mein Körper von einem anderen bewohnt wurde und wie ich ihn wieder räumen kann, Wort für Wort.

Ich muss einen Räumungsprozess führen, das ist es!

Ich werfe mit Beschimpfungen, projektiven Substanzen, ich möchte einen Schuldigen finden, und es nicht selber sein.

Ich lese nur solche Bücher, deren Titel mir von Einsamkeit, Intimität und Liebe sprechen: Silencio no estar solo (Stille nicht alleine zu sein), Fragmente einer Sprache der Liebe, Un año sin amor (Ein Jahr ohne Liebe), La Nada (Das Nichts), Sätze, die ich schwermütig streichle. Wenn der Titel keine dieser Fragen erwähnt, lese ich es nicht. Ich möchte mich vergiften. Nein, ich möchte mich reinigen, ich möchte mich selber finden, ich möchte ein verdammter fuckin Zenmönch sein!

Während ich dieses Tagebuch schreibe, sitze ich in einem leeren und weißen Wohnzimmer. Die Kisten sind noch immer verschlossen und stapeln sich in der Ecke. Ich bin in diesem fremden Haus, das eigentlich mein Zuhause sein sollte.

Auf eine Serviette schreibe ich einen Absatz, den ich nicht vergessen möchte:

„Es gibt keinen Raum, wenn es kein Licht gibt. Die Welt kann nicht gedacht werden ohne das Licht zu denken… und dennoch ist in jedem Körper Dunkelheit, Bereiche des Universums, die das Licht niemals berühren wird und wenn es geschieht, dann weil der Körper krank oder zerstört ist. Es ist erschreckend daran zu denken, dass du existierst, weil es in dir diesen Tod, diese ewige Nacht gibt.“*

*Agustín Fernández Mallo in Nocilla Dream (Nutella Traum)

(geschrieben in Buenos Aires, 25. Juli 2010)

Übersetzung: Marcela Knapp

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Mères et filles http://superdemokraticos.com/themen/koerper/meres-et-filles-red/ http://superdemokraticos.com/themen/koerper/meres-et-filles-red/#comments Fri, 23 Jul 2010 13:54:32 +0000 http://superdemokraticos.com/?p=515

Filmhuis Zevenaar, Maandag 19 Juli 2010. Foto: René Hamann

Ein arbeitsloser Schauspieler. In einem französischen Spielfilm mit holländischen Untertiteln. Im Filmhaus. Mit Pausen zum Teetrinken. Zum Rollenwechseln. Die Liebe. Jeden Tag Fleisch. Die Geschichte, wie sie sich kennen gelernt haben. In einer Diskothek. Zum Abschied hat er sie gefragt, ob er sie wiedersehen dürfe. Ja, warum nicht, sagte sie. Und erzählte ihm gleich darauf, wie es um sie bestellt war, in welcher Situation sie steckte. Sie war noch verheiratet, aber ihr Mann war ausgezogen, sie haben ein gemeinsames Kind, eine Tochter. Ihr Mann sei fremdgegangen, immer wieder, mit immer anderen Frauen, sie habe aus Frust wieder angefangen zu rauchen. Wie er denn nach Hause komme, wollte sie wissen. Ich bin mit dem Bully hier, sagte er, einem umgebauten VW-Bus, dort wolle er sich erstmal hinlegen und morgen früh, wenn er wieder nüchtern sei, fahre er dann nach Hause. Sie hat gegrinst und ist am Morgen mit einem Frühstückspaket vor dem Bully erschienen und hat ihn wach geklopft. Da hat er gestaunt. Später hat sie seine Wohnung nach Utensilien anderer Frauen durchsucht, nach Spielsachen, Anzeichen für irgendwelche Kinder, aber es ließ sich nichts finden. Das überraschte sie. Er war ein Junggeselle, Anfang 40, keine Kinder, selbst Scheidungskind, wie sie. Wie ich übrigens auch. Vielleicht sollten wir Scheidungskinder unter uns bleiben, vielleicht funktioniert es dann.

Obwohl ich es schon merkwürdig gefunden hätte, mir kurz nach dem Kennenlernen ihre Geschichte anhören zu müssen. Und dass sie mit Frühstück auftaucht, wenige Stunden später, kann man romantisch oder charmant finden, aber auch bedrohlich. Jeden Tag Fleisch. Jeden Tag muss gegessen werden, von Esssucht redet da keiner; wer allerdings jeden Tag Liebe machen möchte, gilt schnell als sexsüchtig. Nicht, dass ich es wäre, nein, nein. Ich bin nikotinabhängig, höchstens. Ich habe meine erste Zigarette mit fast 18 erst geraucht.

Jedenfalls, eine Romanze ist eine Romanze, und es werden immer nur Romanzen begonnen. You wanna fuck her, make her love you, sagte der Padre zu seinem Sohn in The Sopranos. Ein arbeitsloser Schauspieler. In dem französischen Spielfilm sah es so aus, dass die Tochter eine männliche Bedienung eines kleinen Restaurants aufgabelte. Jeden Tag Fleisch. Für eine Nacht. Ich dachte darüber nach, ob das einfach nur ein dramatisches Mittel war, diese Aufrissszene, so wie der Mord an der Großmutter zum Schluss, ein Film, ein Buch, eine Handlung kann ja nicht mehr ohne einen Mord oder eine Liebesszene auskommen, geht ja nicht. Verdorben, ruiniert durch Filme. Ich dachte immer, das Leben wäre auch so oder sollte zumindest so sein. Letzteres denke ich immer noch. Wie ich denke, ich hätte eine Französin heiraten sollen, wie jene in dem Film, die von der Bedienung nach der Liebe gefragt wird, ob sie verheiratet sei, ob sie einen Mac hätte. Nein, nein. Die Szene bleibt einmalig. Allerdings ist sie schwanger.

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